Modulbauten für Flüchtlinge – So sehen sie innen aus

Stuttgart-Hedelfingen/Wangen/Heumaden … An der Amstetter Straße 85/87 in Hedelfingen werden bald zum ersten Mal Flüchtlinge in die neuen Modulbauten einziehen. Auch an der Wasenstraße 34 in Wangen und im Asyldorf an der Kirchheimer Straße in Heumaden sollen derartige Unterkünfte aufgebaut werden. Bisher kennt man sie nur von Bildern und von außen. Von innen konnten die neuartigen Modulbauten erstmalig in Plieningen in Augenschein genommen werden. WILIH zeigt hier erstmalig eine Fotogalerie.

Pilotprojekt in Plieningen vorgestellt

Der Standort an den Entenäckern in Plieningen ist der erste in der Landeshauptstadt, der von Geflüchteten bezogen werden soll. Für den Bau zeichnet die städtische Wohnungsbaugesellschaft SWSG verantwortlich. Geplant ist die Erstbelegung für den 27. Mai. Die Johanniter übernehmen dort mit drei Fachkräften die Sozialbetreuung und Hausleitung für 39 Wohnungen mit Platz für bis zu 156 Menschen. Damit ist die Anlage um rund ein Viertel größer als die in Hedelfingen.

Plieningen ist für die Stadtverwaltung das Pilotprojekt. Am heutigen 8. Mai wurde der Modellstandort im Beisein von Sozialbürgermeisterin Alexandra Sußmann und Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann sowie SWSG-Geschäftsführer Samir M. Sidgi vorgestellt. Eine ausführliche Information der Stadt finden Sie hier.

Ausstattung „bewusst einfach” gehalten

An den Außenanlagen wurde noch fleißig gearbeitet, die Küchen in den Wohnungen sind noch nicht eingebaut, und im Technikraum fehlen noch die Waschmaschinen. Doch eine Wohnung war bereits zu besichtigen. Wie sieht sie aus? Die Ausstattung sei bewusst einfach gehalten, betonte Alexandra Sußmann.

Vom Eingang aus betritt man einen Gemeinschaftsraum, in dem sich auch die Küche befindet. In der Modellwohnung fehlte sie noch, nur der Wasserboiler war bereits an der Wand. Sie soll zweckmäßig und pflegeleicht eingerichtet werden – mit Herd und Backofen, Kühlschrank, Spüle und offenen Metallregalen an der Wand. In den beiden Wohn- und Schlafräumen steht jeweils ein Metall-Stockbett und -Doppelspind. Vier einfache Stühle stehen für die bis zu vier Bewohner zur Verfügung.

Die Nasszelle verfügt über Waschbecken, Wandspiegel und -heizung, ebenerdige Dusche mit Ablauf im Boden und eine Toilette. Sie ist komplett als geschlossene Einheit gefertigt und sozusagen als Modul ins Modul eingesetzt worden. Erfahrungen mit Wasserschäden in Flüchtlingsunterkünften wurden hier erstmalig konsequent verarbeitet. Man hofft auf problemlose Nutzung.

Geheizt wird mit Lüftungsanlagen, die Wärme wird Haus für Haus über Wärmepumpen erzeugt. Bedient werden die Raumheizungen über Wandpanele. Theoretisch könnten die Räume auch klimatisiert werden, diese Funktion wird aber nicht aktiviert.

Nächster Modulstandort in Hedelfingen geht auch bald in Betrieb

Der nächste Modulstandort, der in Stuttgart in Betrieb genommen wird, befindet sich an der Amstetter Straße in Hedelfingen. Dort sollen möglicherweise schon ab Juni in 31 Wohnungen bis zu 124 Menschen leben. Belegt würden die neuartigen Modulbauten in erster Linie mit Geflüchteten, die bereits in Stuttgart in anderen Unterkünften – zum Teil notdürftig – untergebracht seien, erklärte Bürgermeisterin Sußmann.

Stadt und SWSG betonen gerne die Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit der Modulbauten. Sie könnten nach Ablauf der zum Teil auf wenige Jahre beschränkten Grundstücksmietverträge später abgebaut und an anderen Orten wieder aufgebaut werden. Man plant mit einer Lebensdauer von 30 Jahren. Auch Anschlussnutzungen als Studenten- oder Personalwohnungen seien denkbar, meinte Thomas Fuhrmann. Allerdings sei angesichts der geopolitischen Perspektive auch eine Dauernutzung durch Flüchtlinge nicht auszuschließen, gab der Finanzbürgermeister zu bedenken.

Das Foto oben zeigt bei der Besichtigung am 8. Mai (von links): Tsira Piranashvili von der Johanniter‐Unfall‐Hilfe e.V., Martin Hasenmaile, Leiter Projektkonzeption, Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann, Samir M. Sidgi, Vorsitzender der Geschäftsführung der SWSG und Bürgermeister Thomas Fuhrmann.


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