Warum dauert das alles so lange?

Die Turn- und Versammlungshalle Hedelfingen soll abgerissen werden. Eine neue Halle mit neuen Maßen, Tiefgarage und der Eignung für Versammlungen mit vielen Besuchern soll anschließend an selber Stelle gebaut werden (mehr dazu: hier). Nach jahrelangem Ringen und vielen anderen und ergänzenden Vorschlägen, wie dem Sport- und Versammlungsbedürfnis in Hedelfingen sowie dem benachbarten Wangen gerecht zu werden ist, scheint nun der Weg frei für ein neues Großprojekt im WILIH-Land. Neben der Frage, wo die Stadt Stuttgart welche Infrastruktur zur Verfügung stellt, wo sie passende Grundstücke dafür hat oder erwerben kann, aus welchem Budget das zu finanzieren ist und was dies den Steuerzahler letztlich kosten wird, wird bei aller Begeisterung über das, was kommen soll, eine Frage gerne erst mal ausgeblendet: Wie lange dauert es, bis so ein Projekt verwirklicht ist? Werfen wir exemplarisch den Blick auf einige große Bauvorhaben im WILIH-Land: Bei der oben genannten Hedelfinger Halle reden wir momentan über eine Realisierung in den Jahren 2024 bis 2026 – Finanzierung vorausgesetzt. Da muss also jetzt noch niemand einen Friseurtermin vereinbaren, damit er bei der Eröffnungsfeier gut aussieht. Ähnlich ist es bei der Umstrukturierung und Erweiterung der Grundschule Heumaden, der Erweiterung der Wilhelmsschule Wangen oder der langersehnten Umgestaltung des Platzes vor der Wangener Kelter. Diese Projekte dürften bei den jetzt beginnenden Beratungen über den Haushalt der Stadt Stuttgart für die Jahre 2022 und 2023 eine wichtige Rolle spielen, was aber keineswegs heißt, dass die Baggerfahrer schon mal ihre Motoren starten können. Wir reden hier über die Jahre 2023 bis 2025. Und wenn man sich ein Projekt wie das Bürger- und Veranstaltungszentrum in Sillenbuch anschaut, über das schon seit einem Jahrzehnt immerhin diskutiert wird, dann kann man nur hoffen, dass die Architektenmodelle inzwischen nicht von einer dicken Staubschicht überzogen sind. Hier soll sich in den Jahren 2022 und 2023 immerhin etwas tun. Allerdings erst mal bei der Planung. Über Baubeginn oder Fertigstellung werden wir wohl frühestens in zwei Jahren etwas hören, wenn erneut ein Doppelhaushalt für die Stadt Stuttgart aufzustellen ist. Der jetzige Bezirksvorsteher braucht sich für die Einweihungsfeier jedenfalls keinen neuen Anzug zu kaufen. Bis das Sillenbucher Bezirksamt in das ersehnte Zentrum umziehen kann, genießt er längst seinen Ruhestand – die Frage ist dann nur, wie lange schon. Und wenn man dann sieht, dass man eine marode Kindertagesstätte binnen zwei Jahren durch eine neue ersetzen kann, wenn ein privater Investor mit der Stadt zusammen im Boot sitzt – wie jetzt in Hedelfingen –, dann kann man schon ins Grübeln kommen.

Rundgeschaut … Die wöchentliche WILIH-Kolumne

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