Wasserspeicher am Allmendhäule geplant: Egerweg-Anwohner protestieren

Stuttgart-Rohracker … Oberhalb des Egerwegs soll ein neuer Trinkwasserspeicher gebaut werden, weil der über hundert Jahre alte Behälter an der Hohen Halde den Anforderungen nicht mehr genügt. Dazu hat die Netze BW Wasser GmbH einen Bauantrag gestellt. Künftige Nachbarn am Allmendhäule haben Bedenken.

Bei dem Bauvorhaben handele es sich um ein für die Trinkwasserversorgung von Rohracker „wichtiges Projekt“, teilte EnBW-Konzerpressesprecher Hans-Jörg Groscurth im Auftrag der Netze BW auf Anfrage von WILIH mit. Der bisherige Trinkwasserbehälter, der sich inmitten von Gärten und Weinbergen im Gewann Hohe Halde unterhalb des Frauenkopfs befindet, sei schon über hundert Jahre alt. So lange sei die Lebensdauer solcher Speicher. Er entspreche daher nicht mehr den „aktuellen technischen Anforderungen für die Trinkwasserversorgung“. Zudem seien inzwischen rund 3.500 Einwohner Rohrackers mit frischem Wasser zu versorgen; deshalb soll der neue Speicher gut doppelt so groß werden wie der bisherige und Raum für 500 statt 240 Kubikmeter Wasser bieten.

Beschattung befürchtet

Daran knüpft Kritik von künftigen Nachbarn an. Der oberirdische „Wasserbehälter“ werde ein Gebäude mit beachtlichen Maßen. Die Rede ist von 22 Metern Länge und rund zehn Metern Höhe. Diese Zahlen werden von der Bauherrin bestätigt. Entstehen soll das Bauwerk auf einem Grundstück oberhalb des Egerwegs. Zur Zeit befindet sich dort eine Baumwiese. Einige Anwohner am Egerweg haben gegenüber dem Stuttgarter Baurechtsamt dazu Stellung genommen; drei Briefe liegen der Redaktion vor. Die Kritiker befürchten eine Beschattung ihrer Häuser und problematisieren eine Beeinträchtigung der Frischluftschneise am Allmendhäule.

Kritikwürdig finden die Anlieger auch den geplanten Eingriff in das dortige Landschaftsschutzgebiet. Sie regen deshalb einen unterirdischen oder wenigstens in den Hang hineingebauten Wasserspeicher an, dessen Dach begrünt wird. Am liebsten wäre den von dem Bauantrag Überraschten jedoch eine Erweiterung des vorhandenen Speichers an der Hohen Halde. Dies scheide aber nicht bloß wegen der schlechten Erreichbarkeit mit Baugerät aus, meinte Hans-Jörg Groscurth gegenüber WILIH. Es sei räumlich und technisch undenkbar, den vorhandenen Behälter bei laufendem Betrieb zu erneuern und zu erweitern. Der Wasserversorger hat nach eigenen Angaben sechs Standorte in Rohracker geprüft, der ausgewählte biete die „besten Voraussetzungen“. Die Zuleitung von Bodenseewasser erfolge über eine bestehende Leitung aus der vorgelagerten Zone Frauenkopf unmittelbar zum ausgewählten Standort, der deshalb ohne viel Aufwand eingebunden werden könnte, so Groscurth. Ein Anlieger glaubt zu wissen, dass die anderen fünf Standorte wegen dort gefundener Lurche abzulehnen gewesen wären. Doch auch am Egerweg gebe es Eidechsen, Salamander und Kröten, wird gegenüber dem Baurechtsamt argumentiert.

Bereit zum Dialog

Mit dem jetzigen Bauantrag befinde sich das Vorhaben in einem frühen Stadium, rechtfertigt der EnBW-Sprecher, dass es noch keine Anwohnerinformation gab und das Projekt noch nicht im Hedelfinger Bezirksbeirat vorgestellt wurde. Selbstverständlich sei das Unternehmen bereit zum Dialog mit besorgten Anrainern. Zeit dafür bleibt genug: Der Bau ist für die Jahre 2019 und 2020 geplant.

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