Wunsch und Wirklichkeit

Die FAZ berichtete in der vergangenen Woche über eine Studie der Industrieländervereinigung OECD über die Berufswünsche Jugendlicher. Bei der Untersuchung waren Daten aus den Pisa-Studien der Jahre 2018 und 2000 verglichen worden. Die Ergebnisse wurden auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt. Wer vermutet, dass die Teenager ihre Zukunft mehrheitlich im Chillen, Shoppen, als Influencer, Youtuber, Klimaaktivist oder Sportmanager sehen, wird sein Weltbild korrigieren müssen. Zumnindest ein wenig. Angeblich stehen nämlich traditionelle Berufe immer noch im Blickfeld der künftigen Arbeitnehmer. Deutsche Mädchen wollten mehrheitlich „Lehrerin, Ärztin, Erzieherin, Psychologin, Krankenpflegerin, Architektin, Polizistin, Büroangestellte, Designerin oder Anwältin“ werden, berichtet die FAZ. Und 40 Prozent der deutschen Jungs „Industriemechaniker, Automechaniker, Polizist, Lehrer, Ingenieur, Arzt, Architekt oder Sportler“. Bedenklich mag der Befund stimmen, dass knapp die Hälfte der Wunschberufe als riskant eingeschätzt wird, von Automaten übernommen zu werden. Denn zum Roboter kann sich ein Mensch dummerweise nicht ausbilden lassen. Bleibt zu hoffen, dass die Personalnot zum Beispiel bei der Polizei oder in der Krankenpflege, bei Lehrern und Landärzten wirklich nachlässt, wenn die heutigen Teenager sich ihren derzeitigen Wünschen entsprechend ausbilden lassen. Das Handwerk spielt – vom nicht gerade zukunftssicheren Auto abgesehen – offenbar eine völlig untergeordnete Rolle. Doch wie öde wird das Leben, wenn es mal keine Schreiner, Maler, Elektriker, Bäcker, Metzger oder Gärtner gibt? Und keine Altenpfleger…

Rundgeschaut … Die Seite 3 Kolumne aus dem WILIH … 29.1.2020

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