Die mit Maschine geschriebene Meldung kam per Fax

Die Hedelfinger Feuerwehr hat einen neuen Kommandanten. Das allein ist schon eine Meldung wert. Aber erst recht die Zeitspanne, nach der ein Führungswechsel stattfand – 30 Jahre. So lange stand Hans Eisele an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr. So lange, wie es den WILIH gibt. Seit WILIH-Leser Berichte über die Hedelfinger Wehr lesen können, war nur Hans Eisele der Kommandant der Hedelfinger Abteilung. Einmalig! Sein Nachfolger Thorsten Frech war 14, als Eisele die Kommandantur übernahm. Die Presseinformation zum Stabwechsel kam natürlich via E-Mail. Als Hans Eisele in Hedelfingen Feuerwehrkommandant wurde, schrieb man noch Briefe – oft sogar noch mit der Schreibmaschine – und versandte seine Botschaften, wenn sie besonders schnell beim Adressaten ankommen sollten, per Telefax. Das Smartphone, mit dem man heutzutage bei solchen Gelegenheiten gerne ein Foto schießt, war noch nicht erfunden, die meisten Telefone waren noch mit Kabeln an einer Dose in der Wand befestigt, und seinen Terminkalender, in dem das Datum der Hauptversammlung verzeichnet war, führte man noch in einem Kalenderbuch und mit einem Kugelschreiber. Fotos von Hauptversammlungen oder Führungscrews wurden damals oft noch mit Kameras gemacht, in denen sich ein Film befand, der anschließend erst mal entwickelt werden musste, damit man die Fotoabzüge sichten und das beste Teambild auswählen konnte. Weshalb nicht nur sparsame Schwaben seinerzeit allenfalls zwei oder drei Fotos machten und nicht hundert wie heute – denn Filme, Entwicklung und Abzüge kosteten bares Geld, Ausschuss war also teuer. Nach der Motivauswahl ging das Foto in eine Reproanstalt, die einen Rasterfilm oder -abzug erstellte, der später an einem Leuchttisch in eine Druckvorlage für die nächste Zeitungsausgabe montiert wurde. Dazu verwendete man gerne rotes oder blaues Klebeband, das bei der Belichtung keine Spuren hinterließ. Und damit die neue Feuerwehr-Führungsmannschaft nicht schief in der Zeitung abgedruckt wird, lag hinter allem ein Satzspiegel mit Linien, an denen man die Montage ausrichten konnte. Viele Zeitungen druckten ihre Fotos weit überwiegend noch in schwarz-weiß, so dass man nicht erkennen konnte, dass eine schmucke Feuerwehruniform dunkelblau und der Boden der Versammlungshalle hellgrün ist. Dafür konnte man die Gesichter der Feuerwehrleute damals besser erkennen, denn sie trugen keine FFP 2-Masken. Das hätten die damals 14-Jährigen für ebenso undenkbar gehalten wie die heute 14-Jährigen Schreibmaschine und Klebemontage. Man darf gespannt sein, was es in dreißig Jahren noch gibt. Die Feuerwehr bestimmt. Aber vielleicht löschen dann Roboter die Flammen?

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