Kita in Not – Stufenplan nährt Hoffnungen

Stuttgart-Hedelfingen … Für den als „Ratten-Kita” in die Schlagzeilen gekommenen städtischen Kindergarten Am Bergwald 19 zeichnet sich eine Perspektive ab. Nachdem der Hedelfinger Bezirksbeirat am Dienstagabend (30.6.2020) fraktionsübergreifend und einstimmig einen umfassenden Antrag zum Thema verabschiedet hatte, wurde bei einem Lokaltermin am Donnerstag (2.7.2020) ein Stufenplan erarbeitet, der zu Hoffnungen Anlass gibt.

Kai Freier zeigte sich nach dem Gespräch, zu dem er sich mit Vertretern städtischer Ämter, betroffener Eltern und des Waldheimvereins getroffen hatte, zuversichtlich. Der Hedelfinger Bezirksvorsteher skizziert einen Stufenplan, nach dem nun die Kinderbetreuung sichergestellt werden soll: Erster und in der jetzigen Notlage wichtigster Schritt sei eine Interimsunterbringung der Kita-Kinder ab nächster Woche und bis zu den Ferien in freien Vereinsräumen im Waldheim. Der Waldheimverein trage dazu bei, indem er für diese Zeit keine Kosten in Rechnung stelle. Und beim Baurechtsamt habe man eine Lösung gefunden, den Umzug ins Waldheim – der mit Vereins- und Elternhilfe an diesem Wochenende stattfinden soll – für die Überbrückungszeit unbürokratisch zu dulden. Damit sei ein erstes wichtiges Ziel erreicht, das auch dem Bezirksbeirat am Herzen liegt, freut sich Kai Freier.

Die zweite Stufe wird in den Sommerferien in Angriff genommen. Dann soll versucht werden, das Rattenproblem während der Ferien zu lösen, damit anschließend in der Kita wieder ein störungsfreier Betrieb möglich ist. Gelänge dies nicht, so Freier weiter, biete der Waldheimverein der Stadt nach dem AWO Ferienwaldheim – das bis 28. August im Hedelfinger Waldheim gastiert – erneut für eine Übergangszeit seine Vereinsräume für die Kinderbetreuung an. Eine entsprechende Nutzungsänderung könne in der Zwischenzeit genehmigt werden.

Stufe 3 betrifft einen eventuellen Abriss und Neubau des Kindergartens. Der müsse nach der jetzigen Einigung aber nicht kurzfristig erfolgen, wie vom Bezirksbeirat beantragt, meint Bezirksvorsteher Freier. Sollte die Stadt den bis dahin 50 Jahre alten Kindergarten neu bauen wollen, müssten entsprechende Finanzmittel in den Stadthaushalt eingestellt werden. Erste vorsichtige Schätzungen gehen von vier bis fünf Millionen Euro aus. Angesichts des Zustands der Kita müsse das bei allernächster Gelegenheit erfolgen, fordert Kai Freier. Wohlwissend, dass dies frühestens für die Jahre 2022 und 2023 möglich wäre. Die Stadt Stuttgart stellt ihren Haushalt nämlich immer für zwei Jahre auf, derzeit läuft die Haushaltperiode für 2020 und 2021.

Alternativ könnte der Waldheimverein eine neue Kita bauen. Ihm gehört nämlich das Grundstück, auf dem der Kindergarten steht. Es ist seit 1971 zu diesem Zweck an die Stadt Stuttgart vermietet. Eine grundsätzliche Bereitschaft dazu hatte Paul Wurm, Vorsitzender des Waldheimvereins Hedelfingen, bereits gegenüber Bezirksbeiräten signalisiert. Allerdings müsse sich die Stadt im Vorfeld klar zur weiteren Anmietung bereiterklären, sagt Wurm, dem klar ist, dass der Verein für ein solches Projekt natürlich ein Bankdarlehen benötigen würde: „Dann brauchen wir eine längerfristige Planungssicherheit”.

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