Städtebauliches Mammutprojekt – Bürger beteiligt

Stuttgart-Heumaden … Für den Bereich Schwellenäcker-Heumaden Über der Straße (Foto: Archiv) soll ein umfassendes städtebauliches Entwicklungskonzept unter Einbeziehung landschaftsplanerischer und verkehrlicher Belange erstellt werden. Die Interessen der Bürgerschaft sollen auf ausdrücklichen Wunsch des Sillenbucher Bezirkbeirates im Rahmen einer ergebnisoffenen Bürgerbeteiligung zur Geltung gebracht werden. Am 13. November fällt mit einem Bürgerspaziergang im Entwicklungsgebiet dazu der Startschuss. Der Prozess wurde am 22. September in der öffentlichen Sitzung des Sillenbucher Bezirksbeirats erläutert.

„Hier hat der Bezirksbeirat erfolgreich Zähne gezeigt”, blickte Sillenbuchs Bezirksvorsteher Peter-Alexander Schreck zufrieden auf das Engagement seines Stadtbezirksparlaments zurück. Man solle das Entwicklungskonzept als große Chance begreifen, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln, ergänzte Philipp Dechow vom beteiligten Internationalen Stadtbauatelier ISA (Stuttgart) zur Initiative des Bezirksbeirats und zum entsprechend gefassten Gemeinderatsbeschluss.

Die Bürgerbeteiligung soll in drei Phasen ablaufen. Vorbereitend wird es einen öffentlichen Auftaktspaziergang mit Bürgern geben (Samstag, 13. November, ab 11 Uhr), anschließend mobile Briefkästen zur Aufnahme weiterer Anregungen und zwei Bürgerwerkstätten (mit Anmeldung, März bis Juli 2022). Im September 2022 sollen der Bezirksbeirat Sillenbuch sowie der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik (STA) des Stuttgarter Gemeinderats eine Zwischeninformation erhalten. Zum Abschluss werden die Ergebnisse öffentlich vorgestellt (Januar 2023). Im Februar 2023 sollen der Bezirksbeirat und die gemeinderätlichen Gremien endgültig über das weitere Vorgehen beschließen.

Wie kam es eigentlich zu dem nun startenden Prozess? Impulsgebend war ursprünglich ein angeblicher Standortdruck bei der Freien Aktive Schule (FAS). Sie soll von der Hohen Eiche (Hoffeld/Degerloch) in das zu entwickelnde Gebiet umziehen. Dieses Ziel ist nach wie vor fester Konzeptbestandteil, nachdem lange nichts zu den Plänen der Schule wie auch zur weiteren Entwicklung der Hohen Eiche zu hören war. Der projektierte Standortwechsel der Schule war 2018 die Initialzündung für den jetzigen Projektstart.

Nach langer und kontroverser Diskussion um die seinerzeit präferierte, aber nicht durchsetzbare „Bernsteinwiese” kam schließlich das Areal zwischen dem Riedenberger Neubaugebiet und dem Heumadener Stadtteil „Über der Straße” ins Gespräch, das bisher allerdings zu einem beachtlichen Teil landwirtschaftlich genutzt ist. Ungeachtet dessen: Bis dort eine Schule stehen kann, wird es viele Jahre dauern. Hält das jetzige Gebäude überhaupt noch so lange? Wohl ja. Bei der Stadt geht man davon aus, dass die FAS nach zwischenzeitlicher Sanierung bis zu ihrem Umzug nach Heumaden keinen Zwischenstandort mehr benötigen wird. Immerhin.

Viele andere Themen bergen noch reichlich Konfliktpotential. Erste Kommentare von Bezirksbeiräten lassen bereits erahnen, dass es viel Gesprächsbedarf geben wird. Bezirksvorsteher Schreck empfahl, „auf Sicht zu fahren” und den Bezirksbeirat bei Bedarf immer einzubeziehen.

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