Kirchheimer Straße 55a – Geburtstag einer Baulücke

Stuttgart-Sillenbuch … Das brachliegende Baugrundstück an der Kirchheimer Straße 55a (Ecke Eduard-Steinle-Straße, ehemalige Commerzbank und davor Dresdner Bank) entwickelt sich immer mehr zu einem Schandfleck an der Einkaufsmeile. Der Baubeginn des geplanten Wohn- und Geschäftshauses wurde mehrfach verschoben. Die Gerüchteküche brodelt. Die Baulücke erlebt ihren ersten Geburtstag. Wann tut sich dort endlich etwas?

Wo ist der „rote Punkt”?

Die Eigentümer- und Investorenfamilie Sorensen (Waldhotel Degerloch, Tennishalle Kemnat) hat auf Nachfragen von WILIH bereits mehrfach die Ankündigung des Baubeginns verschoben – zunächst von Sommer auf September 2020, am 19. November auf die folgenden zwei bis drei Wochen, doch passiert ist nichts. Das Grundstück überwucherte und vermüllte – einer so prominenten Einkaufsstraße nicht würdig. Zudem ist der Bauplatz keineswegs so solide abgesichert, dass er nicht ohne größere Mühe zu betreten wäre. Nach Weihnachten waren sogar Bauzäune umgeweht und lagen auf den Gehwegen herum. Und: Nach wie vor ist nirgends ein „roter Punkt” erkennbar, geschweige denn ein Baustellenschild. Es soll aber wohl schon einen Verkehrszeichenplan für die Baustelle geben.

Liegt überhaupt schon eine Baugenehmigung vor, sind noch Auflagen zu erfüllen oder Planänderungen vorzunehmen?  Nach Rücksprache mit dem Baurechtsamt schrieb Nora Lenz-Gaspary: „Wir bearbeiten derzeit das Bauantragsverfahren zur veränderten Ausführung der erteilten Baugenehmigung.” Die Pressesprecherin der Stadt Stuttgart geht davon aus, „dass im Anschluss mit dem Bau begonnen werden soll”. Investor Louk Sorensen bestätigte dies am 14. April: „Es hat nur ein paar wenige Anpassungen gegeben. Wir warten täglich auf das GO vom Baurechtsamt. Es steht laut Behörden jetzt nichts mehr im Weg.”

Eine optische Verwahrlosung eines Grundstücks bis zum Baubeginn könne das Baurechtsamt nicht verhindern, teilte Pressesprecherin Lenz-Gaspary weiter mit. Allerdings: „Werden uns Gefahren bekannt, können wir eingreifen.”

Was plant die Commerzbank?

Seitdem das ehemalige Bankgebäude abgerissen ist, gilt die Commerzbank als potientieller Mieter für das neue Geschäftshaus. Inzwischen hat der Konzern allerdings bundesweit drastische Sparmaßnahmen ergriffen und will sein Filialnetz ausdünnen. Kann Sillenbuch überhaupt noch auf eine neue Commerzbank-Filialie hoffen? Am 3. Februar erläuterte der Konzern seine „Strategie 2024”. Sie sieht unter anderem eine Verringerung der Zahl der Filialen in Deutschland von 790 auf 450 sowie einen Abbau von 10.000 Vollzeitstellen bis 2024 vor. In einer Pressemitteilung vom 1. April ist von einem Abbau von 1.700 Vollzeitstellen noch in diesem Jahr die Rede.

In Stuttgart ist die Commerzbank zur Zeit mit zehn Filialen vertreten. Ist die Bank daher überhaupt noch für die Kirchheimer Straße 55a im Gespräch? Investor Louk Sorensen antwortet dazu vieldeutig: „Wir sind schon seit längerem in Verhandlungen mit potentiellen Mietern für die Gewerbeeinheiten.”

Zur Vorgeschichte des Neubauvorhabens an der Kirchheimer Straße 55a:

7.5.2020: Baulücke – was tut sich?

27.8.2020: Start im September?

19.10.2020: nochmals verzögert

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