OB Nopper vor Ort – klare Worte in Sillenbuch

Stuttgart-Sillenbuch/Riedenberg … Auf seiner diesjährigen Sommertour besuchte Frank Nopper am 29. August den Stadtbezirk Sillenbuch. Dabei fand er klare Worte: Das Bürgerzentrum in Sillenbuch soll Ende 2028 fertig werden, die beiden Feuerwehrmagazine 2030/31, Gewerbebetriebe dürfen ihre Standorte nicht verlieren, für den Schleichweg von Alt-Sillenbuch nach Rohracker braucht man eine pragmatische Lösung. Beeindruckt zeigte sich Stuttgarts Oberbürgermeister von der ehrenamtlich betriebenen Leihbücherei in Riedenberg, in der er begeistert schmökerte.

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Ende 2028 wird das Bürgerzentrum fertig – kostenlose Parkplätze fallen weg

Der Reihe nach. Das Langzeitprojekt „Bürger- und Veranstaltungszentrum” stand ganz oben auf der Agenda des Stadtoberhaupts. Auch bei der Besprechung von Haushaltswünschen mit Bezirksbeiräten, die vor der Begehung hinter verschlossenen Türen im Bezirksrathaus stattfand. Überraschend verkündete Frank Nopper gleich bei der Begrüßung einiger interessierter Bürger: „Das Bürgerzentrum wird Ende 2028 fertig” – „Stand heute”. Mit Blick auf den heutigen Park & Ride-Parkplatz bei der Stadtbahnhaltestelle Schemppstraße bestätigte Angelika König vom städtischen Hochbauamt, was WILIH bereits berichtet hatte: Im Herbst soll im Stuttgarter Gemeinderat endlich der – noch immer nicht fertige – Vorprojektbeschluss gefasst werden. Eineinhalb Jahre danach soll der Bauantrag fertig sein. Dann könnte 2027 mit dem Bau begonnen werden. Auf eine Frage nach Ersatz für die wegfallenden Parkplätze sowohl neben der Haltestelle als auch auf dem Friedhofsparkplatz hieß es: Es wird eine Tiefgarage gebaut. Vorgesehen sind 100 Parkplätze, aber gebührenpflichtig. Kostenlose Parkmöglichkeiten für Pendler und Friedhofsbesucher wird es also ab 2028 nicht mehr geben.

Nein zu Streichung von Gewerbegebieten: „Da müssen wir eine Lösung finden!”

Neben dem Eingang des Ostfilderfriedhofs stoppte die OB-Tour, um auf den Bauplatz der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr zu schauen. Zwar waren die Inhaber der beiden Gewerbebetriebe, die für die Feuerwehrhäuser weichen müssen, nicht vor Ort. Doch Joachim und Thomas Schöpfer nutzten die Gelegenheit, den Oberbürgermeister auf die Sorgen von vergleichbar bedrohten Gewerbetreibenden im Entwicklungsgebiet Heumaden-Süd aufmerksam zu machen. Gewerbegebiete dürften nicht ohne Alternative gestrichen werden, forderten die Holzbau-Unternehmer aus Heumaden. Keine Frage auch für OB Nopper: „Da müssen wir eine Lösung finden”, versprach er. Und an die Schöpfer-Brüder gerichtet: „Haben Sie eine Idee?” Und ob! Joachim Schöpfer überreichte dem Rathauschef einen druckfrischen Vorschlag für einen „kleinen Gewerbepark” am Hasenwedel beim Geschwister-Scholl-Gymnasium. Nopper bedankte sich, will die Idee prüfen lassen und versicherte, die Interessen der Gewerbetreibenden seien „voll in unserem Bewusstsein”. Mit Blick auf bereits existierende Anträge im Stuttgarter Gemeinderat und im Sillenbucher Bezirksbeirat bestätigte Sillenbuchs neuer Bezirksvorsteher Hans Peter Klein: „Die Maschinerie läuft”.

Zwei Feuerwehren auf dem Friedhofsparkplatz – Einweihung 2030/31

Der Parkplatz neben dem Ostfilderfriedhof sei „das einzige Grundstück in Sillenbuch”, auf dem Magazine für die geplante Dependance der Berufsfeuerwehr sowie für die Freiwillige Feuerwehr Sillenbuch errichtet werden könnten, erklärte Stuttgarts Feuerwehrchef Georg Belge. Problem: Erst muss der Bebauungsplan geändert werden. Dass der Standort nicht bei allen Sillenbuchern auf Gegenliebe stößt, ist dem Leiter der Stuttgarter Feuerwehr bewusst. Belge versprach, bei Planung und Ausführung „sehr eng an der Bevölkerung” zu bleiben. Mit der Einweihung der neuen Feuerwehrhäuser rechnet er in den Jahren 2030 oder 2031.

Zweite Verkehrszählung am „Hohlweg” – Friedhofscafé auf dem Ostfilderfriedhof?

Im Gespräch mit Bürgern nahm Frank Nopper noch Kritik an der zur Zeit bestehenden Poller-Lösung am umstrittenen „Hohlweg” in Alt-Sillenbuch auf. Gartenbesitzer ärgern sich darüber, dass das Sträßchen wegen der Blockierung von illegalem Schleichverkehr für sie nur noch am Wochenende zu befahren ist. Bezirksvorsteher Klein wies auf den laufenden Verkehrsversuch hin, dessen Ergebnis eigentlich bereits feststehen sollte. Sabotage an Zählvorrichtungen hätte aber dazu geführt, dass die vereinbarte Verkehrszählung ein zweites Mal durchzuführen ist. Klein hofft auf Ergebnisse im Herbst. Der Oberbürgermeister fragte, ob man nicht allen Gartenbesitzern Schlüssel für die Poller an der unteren Tuttlinger Straße geben könnte, damit sie jederzeit zu ihren Gärten fahren können. Oder ob das zu viele wären. Anzustreben, so Nopper, sei auf jeden Fall eine pragmatische Lösung.

Eine interessante Idee brachte eine Bürgerin auf: ein Friedhofscafé – ehrenamtlich betrieben – einmal wöchentlich auf dem Ostfilderfriedhof. Vorbild: das Café Kränzchen der Bürgerstiftung auf dem Pragfriedhof. Ausgegoren ist die Idee noch nicht. Aber man will nun mal mit der Stuttgarter Bürgerstiftung Kontakt aufnehmen, um Möglichkeiten für Sillenbuch zu beleuchten.

Bücher zu verleihen ist nachhaltig

Ortswechsel. Nächste Station auf der Sommertour des Oberbürgermeisters war die Leihbücherei im alten Schulhaus von Riedenberg. An der Schemppstraße 10 stellt Bernd Hoffmann mit seinem ehrenamtlichen Team inzwischen 8.800 Bücher zur Leihe zur Verfügung. Gespeist wird die aus einer ehemaligen Hobby-Garagenbibliothek entstandene Leihbücherei durch einen kleinen Etat aus dem Budget des Bezirksbeirats Sillenbuch sowie aus Spenden. Hoffmann verwies auf den Aspekt der Nachhaltigkeit: Bücher solle man nach dem Lesen nicht wegwerfen. Sie ließen sich etliche Male wiederverwenden.

Wie fühlt sich ein Bezirksbeirat?

Der OB ließ sich durch die im Obergeschoss befindliche Bücherei führen und fand gleich Gefallen an der Stuttgart-Ecke. Dort zog Frank Nopper ein Buch seines Vor-Vor-Vorgängers Manfred Rommel aus dem Regal und begann zu schmökern. Und dann ein Zufallsfund, das Büchlein „Guter Rat ist heiter – Sentenzen aus dem Stuttgarter Rathaus” aus dem Jahr 1984, „gehört und notiert von Rof Thieringer”, seinerzeit Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt. Daraus zitierte Frank Nopper schmunzelnd Manfred Rommel aus einer Referentenbesprechung vom 3. September 1981 über Mitwirkungsrechte der Bezirksbeiräte: „Wie fühlt sich ein Bezirksbeirat?? – Er fühlt sich übergangen!” Da musste auch Catherine Rommel, Tochter des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters und heute Bezirksbeirätin in Sillenbuch, herzhaft lachen. Ist es nicht heute noch so?

Am 6. September kommt OB Nopper erneut ins WILIH-Land – zunächst nach Wangen und von dort aus über den Wangener Berg und Rohracker nach Hedelfingen.


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