GSG-Zukunft: Sanieren geht über Studieren?

Stuttgart-Riedenberg … Das GSG platzt aus allen Nähten, das Schulgebäude ist marode. Die Stadt möchte es sanieren, sagt aber selbst, dass ein Neubau billiger wäre. Doch angeblich fehlt das passende Grundstück dafür. Das wollen die Sillenbucher Bezirksbeiräte nicht glauben. Auf jeden Fall soll der Gemeinderat Planungsmittel bewilligen.

Am 23. Juni war der Sillenbucher Bezirksbeirat zu seiner öffentlichen Sitzung im GSG zu Gast. Grund war die Sorge der Schulleitung, dass das mit derzeit 965 Schülern größte staatliche Gymnasium der Landeshauptstadt wegen gravierender Gebäudemängel und zunehmender Raumnot keine Zukunft mehr hat. Die Erkenntnis ist nicht neu, genau genommen ahnt man seit zehn Jahren, das etwas passieren muss. Aber jetzt drängt die Zeit, denn im Herbst beginnen die Etatberatungen im Gemeinderat. Deshalb waren auch Stadträte aller Fraktionen ins GSG gekommen. Gegangen sind sie mit der Erkenntnis, dass zumindest die Planungsmittel im Stadthaushalt für 2016 und 2017 nicht fehlen dürfen.

Irmgard Brendgen Geschwister-Scholl Gymnasium Stuttgart Sillenbuch Riedenberg Bezirksbeirat Sillenbuch 23.6.2015
Direktorin Irmgard Brendgen befürchtet, dass das GSG sinen hohen Standard nicht halten kann.

Schule auf der Baustelle?

Doch was soll geplant werden? Die Schule selbst spricht von Erweiterung und Sanierung. Aber die Bezirksbeiräte erinnerten daran, dass ein Neubau billiger wird. Und sie haben den Eindruck, dass man bei der Stadtverwaltung diese Alternative noch nicht sorgfältig genug geprüft hat. Die Suche nach einem Grundstück solle noch einmal intensiviert werden, wünscht das Stadtbezirksparlament. Denn: Sechs Jahre Baustelle bei laufendem Schulbetrieb? Zug um Zug Gebäudeteile räumen? Schulklassen in andere Bereiche oder gar Interimscontainer auf dem Parkplatz umsiedeln? Schulleiterin Irmgard Brendgen sprach ihre Sorge offen aus: „Welche Eltern wollen schon, dass ihr Kind die komplette Schulzeit auf der Baustelle ist?”

Brendgen sieht aber noch weitere Unsicherheitsfaktoren. So solle das GSG weiter vierzügig bleiben. Das könne aber dazu führen, dass in Zukunft nicht einmal mehr alle Schüler aus dem Stadtbezirk Sillenbuch aufgenommen werden könnten. Dabei sei das GSG doch eine „Standortschule”. Kinder aus dem benachbarten Kemnat werden jetzt schon nicht mehr aufgenommen, für Schüler aus Rohracker und Hedelfingen wird das GSG auch schon zu klein. Und wenn die Ganztagesschule eingeführt wird? Achselzucken! Fragezeichen setzt Brendgen auch hinter die Zukunft der Hedelfinger Steinenbergschule. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor!

Standard in Gefahr

Wichtig ist aus Sicht der GSG-Leitung, „dass es nicht mehr lange dauert”, bis eine Lösung der Raumprobleme gefunden wird. Denn Irmgard Brendgen befürchtet: „Sonst haben wir hier oben bald kein GSG mehr auf dem Standard, wie wir es bisher hatten.” Der Sillenbucher Bezirksbeirat hat das GSG auf den ersten Platz seiner Haushaltsanträge für den nächsten Stuttgarter Doppelhaushalt gesetzt. Und macht sich stark für die Bewilligung notwendiger Planungsmittel. Jetzt ist der Gemeinderat am Zug.

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