Ziemlich heimlicher Probealarm – Panne beim Warntag?

Stuttgart/Ostfildern … Viele WILIH-Leser und wir auch haben Punkt 11 Uhr darauf gewartet, dass sich irgendetwas tut. Schließlich ist „Warntag”. Dass in Stuttgart und Ostfildern keine Sirenen ertönen, war bekannt – es gibt schließlich keine mehr. Lediglich für die Stuttgarter City waren mobile Sirenen angekündigt. Aber auch die publizierten Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP rührten sich nicht. Was war passiert?

Im Selbsttest konnten wir KATWARN nicht einmal in Betrieb nehmen – ein „Schutzengel” auf dem Display verweigerte die Zusammenarbeit. NINA meldete sich immerhin mit zwei veralteten Corona-Meldungen und verkündete gegen 11.40 Uhr – 20 Minuten nach Ende des unbemerkten Probealarms – das Ende der Aktion. Allerdings nicht automatisch, sondern erst nach Aufrufen der App. Und BIWAPP versuchte – ebenfalls nur nach Aktivität unsererseits – mehrfach eine Schlussmeldung zu bringen – leider vergeblich. Wenn das ein Ernstfall gewesen wäre, hätten wir ihn wohl verpasst.

Stutzig machte uns eine Meldung im SWR3-Radio, wonach die Kommunen selber entscheiden konnten, ob sie die Apps aktivieren oder nicht. Daraufhin haben wir bei den Städten Stuttgart und Ostfildern angefragt, wie dort mit den Apps und dem Probealarm umgegangen wurde.

Dominique Wehrle, Presseprecher der Stadt Ostfildern, erklärte: „Der Warntag in Ostfildern ist still abgelaufen. Denn im Stadtgebiet existiert nur eine Sirene in Scharnhausen, die bereits 1996 außer Betrieb genommen wurde und nun nicht mehr funktioniert. In den Warn-Apps wurde der Probealarm ausgelöst und auf der städtischen Internetseite temporär ein entsprechender Hinweis veröffentlicht.” Die offizielle Pressemeldung aus Ostfildern lesen Sie hier.

Martin Thronberens, Sprecher der Landeshauptstadt, verwies auf die städtische Presseinformation zur Ankündigung des Warntags und schrieb zur App-Frage: „Bei der Warnung über die verschiedenen Warn-Apps scheint es in der Tat Probleme gegeben zu haben. Zu den Gründen können wir allerdings nichts Verbindliches sagen, da mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vereinbart war, dass die Warnung zentral über das BBK erfolgt. Dadurch sollte verhindert werden, dass die regionalen Leitstellen mit ihren Warnmeldungen die Leitungen blockieren. Wir können nur spekulieren, dass sich möglicherweise nicht alle regionale Leitstellen an die Absprache gehalten haben und damit der Übertragsweg verstopft wurde. Die Landeshauptstadt Stuttgart hat sich an die Absprache mit dem BBK gehalten und keine eigene Warnung über Warn-Apps verschickt.”

Nachfragen im Familien- und Freundeskreis unter anderem in anderen Städten in Baden-Württemberg sowie in Bayern und Nordrhein-Westfalen ergaben ähnliche Ergebnisse. Dieser Probealarm hinterließ kaum irgendwo akustische und digitale Spuren. Wir sind gewarnt: Es gibt offenbar einiges aufzuarbeiten nach diesem ersten bundesweiten „Warntag”.

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