Stadtteilspaziergang durch Rohracker – Bürgerhaus darf hoffen

Stuttgart-Rohracker … Am 24. September war Stuttgarts Erster Bürgermeister Fabian Mayer in Rohracker zu Gast. Im Rahmen eines öffentlichen Stadtteilspaziergangs besichtigte er gemeinsam mit Stadt- und Bezirksbeiräten, Ämtervertretern und Bürgern acht Themenpunkte und nahm zahlreiche Sorgen sowie Ideen auf.

Der Start fand bei einem Regenschauer vor der Tiefenbachschule statt. Deren Halle darf nach Brandschutzmängeln seit diesem Jahr nicht mehr für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden. Vor allem der beliebte Kinderfasching des Vereins SportKultur Stuttgart ist von dem Belegungsverbot betroffen (Mehr zum Thema hier und hier). Die Schule darf hingegen die Halle bis zu fünfmal im Jahr für Veranstaltungen nutzen. Auch Radsportturniere dürfen weiterhin stattfinden. Dieser Unterschied stößt bei Bürgern auf Unverständnis. Jetzt war zu hören: Die Halle soll umfassend saniert werden. Die Stadtverwaltung will hierfür Planungsmittel für 2021 beantragen. Eine Perspektive – immerhin. Doch das bedeutet auch: Mindestens drei Jahre lang dürfte die Tiefenbachhalle noch als Ort für größere Veranstaltungen ausfallen.

Feuerwehrhaus wird bald umgebaut

Auf dem Weg zum örtlichen Feuerwehrhaus konnte ein 2017 für rund 300.000 Euro umgestalteter Abschnitt der Tiefenbachstraße besichtigt werden. Dort wurden Gehwege verbreitert und Bushaltestellen barrierferei gestaltet. Das viel zu enge Feuerwehrhaus soll ab Oktober umgebaut und ein wenig erweitert werden. Darauf freut sich Kommandant Ralph Werner. Er zeigte Fabian Mayer das proppenvolle Magazin (Foto), in dem hinter zwei engen Toren jeweils zwei Feuerwehrfahrzeuge hintereinander parken müssen. Demnächst soll die dritte Garage im Gebäude, früher ein Getränkehandel, hinzugenommen werden. Auch ein Raum für die Jugendgruppen sowie ein abgetrennter Umkleidebereich mit neuen Spinden seien geplant, berichtete Werner: „eine erhebliche Verbesserung“.

Gegenüber, bei der Eltern-Kind-Gruppe Rohrspatzen, macht man sich Sorgen. Eine Folge der neuen zentralen Platzvergabe durch die Stadt Stuttgart sei es, dass Eltern unter Dreijährige bevorzugt bei städtischen Kitas anmelden, die eine Anschlussbetreuung bis zum Schulalter sicherstellen. Kleinkindgruppen wie bei den Rohrspatzen seien dadurch in ihrer Existenz gefährdert, sorgt man sich in Rohracker. Damit hatte man kürzlich auch schon den Hedelfinger Bezirksbeirat alarmiert (siehe hier). Kritisiert wurde auch, dass die Stadt die Stadtteile Rohracker und Hedelfingen als Einheit betrachtet, obwohl der Betreuungsbedarf für kleine und ältere Kinder unterschiedlich sei. Ein Thema für die Jugendhilfeplanung!

Park-Dilemma und Wünsche am Kelterplatz

In der Alten Schule erläuterte Paul-Georg Becker das Konzept und die Finanzierung des Bürgerhauses. Er ist Kassier des Fördervereins und kennt die finanziellen Sorgen bestens. Eindrucksvoll legte er dar, wie der Verein durch hohe Ausgaben für Brandschutznaßnahmen verstärkt in die Enge getrieben wird, und bat die Stadt um Unterstützung. Zwar sei man dankbar für die 10.000 Euro, die der Hedelfinger Bezirksbeirat aus seinem Fördertopf für eine Dachsanierung zur Verfügung gestellt habe. Eine Finanzspritze von 10.000 Euro pro Jahr würden den Förderverein aber auf Dauer „sehr glücklich“ machen. Die anwesenden Stadträte Vittorio Lazaridis, Fritz Currle und Martin Körner steckten anschließend mit Ex-Stadträtin Ilse Bodenhöfer-Frey die Köpfe zusammen und kündigten beim späteren Ausklang in der Kelter an, sich bei den Beratungen für den kommenden Doppelhaushalt (2020/21) der Stadt für das Bürgerhaus in Rohracker stark zu machen.

Ein Abstecher über die Rohrackerstraße gestattete einen Blick auf den Treppenaufgang oberhalb des Geißhirtlesweges. Dieser bislang namenlose Aufstieg zum Speidelweg soll auf Wunsch des Bezirksbeirates „Otto-Wahl-Staffel“ genannt werden. Auf dem Kelterplatz ging es anschließend um die Übernahme des Brunnenbetriebs durch die Stadt. Gespendet worden war der Brunnen anlässlich der Platzsanierung von einem Privatmann, gespeist wird er aus einer Quelle und gepflegt durch Paten aus der Bürgerschaft. Ein ewiger Konfliktpunkt ist die Nutzung des Kelterplatzes als Parkplatz. Einerseits brauchen die Weingärtner eine Zufahrt zur Kelter, ebenso ein Anwohner zu seinem Haus. Andererseits besteht der Wunsch, dass der Platz nicht ständig zugeparkt wird. Ein klassisches Dilemma. Nach ausgiebiger Diskussion schlug Bürgermeister Mayer vor, den vorderen Teil des Platzes vor der Pergola bis zum Brunnen mit Pollern zu sichern und den anderen Part wegen der Zufahrten nicht. Und für die Pergola wird ein festes Dach gewünscht. Beides soll nun geprüft werden.

Weinbau statt Brombeeren an der Hohen Halde!

Zum Abschluss hatten die Rohracker Weingärtner anlässlich des hundertjährigen Bestehens ihrer Genossenschaft in diesem Jahr in die Kelter eingeladen. Zuvor erläuterte Markus Wegst, Vorsitzender des Aufsichtsrates, den Wunsch, brachliegende Flächen an der Hohen Halde wieder für Weinbau zu rekultivieren. Als Hemmnisse erweisen sich noch rechtliche Klärungen einer Zufahrt, deren Ausbau, eine Sanierung maroder Natursteinmauern sowie notwendiger Grunderwerb. Wegst plädierte für eine sorgfältige Planung. Wichtig sei, dass das Thema „in den Köpfen ankomme“. Die Nachwuchsarbeit der Weingärtner stimmt ihn optimistisch, dass auch eine wachsende Weinbergsfläche in Rohracker zu bewirtschaften sei. Und der Erste Bürgermeister versprach zum Ausklang, die Erkenntnisse aus dem Rohracker-Spaziergang im Rathaus „sauber nachzuarbeiten“.

Weitere aktuelle WILIH-Berichte über den Stadtbezirk Hedelfingen finden Sie hier.

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